Qvest 2-2011 “New Economy”

We met Konstantin at the Cabinet party last fall. Our nice sit’n’chat resulted in an even nicer feature. If you command of German, please read on below, it is worth it. If you don’t or if reading in general is not yours, just enjoy the great nail polish photo. Shot by David Mallon.

text/ KONSTANTIN SPACHIS

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FERIDE USLU und JAN MIHM heben mit USLU AIRLINES ab. Und erobern dabei nicht die Luftwege, sondern den Beautymarkt. Schnallen Sie sich an!

Wenn Berlin eines nicht hat, dann sicherlich diese gewisse urbane Idylle, die man in anderen Städten wie Düsseldorf oder München entweder hasst oder liebt. Dafür ist die Hauptstadt viel zu grau, viel zu zersplittert, viel zu anonym und viel zu ehrlich. Doch dafür lauern an jeder Ecke Überraschungen – wie die, dass sich hier in aller Stille ein Beautylabel etabliert hat, das sich anschickt, den Weltmarkt zu erobern. Die Rede ist von USLU AIRLINES, die mit ihren farbenfrohen Nagellacken, Lippenstiften und Make-up Paletten für Furore sorgen. Und somit das Klischee vom grauen Berlin vergessen machen.

Dabei fing die Erfolgsstory um die Kult-Marke ganz pragmatisch an: Als Ende der 90er Jahre der Nude-Look zum Schönheitsideal auf den Laufstegen avancierte, waren die für den Look notwendigen Airbrushpistolen gerne mal bis zu fünf Kilogramm schwer – was das Mitführen in herkommlichen Taschen nahezu unmöglich machte. Aus dieser Not heraus begann Feride Uslu, damals als Make-up Artist in New York tätig, einen Minikompressor mit Mikropigmenten auf Wasserbasis zu entwickeln. Der Effekt dieser Wunderwaffe? Nicht weniger als der Teint eines Covermodels! Der Rest ist Geschichte. Im Jahre 2003 gründete Feride Uslu schließlich mit ihrem Partner Jan Mihm das nach ihrem Nachnamen benannte Label. Ihre Produkte nennen die beiden kryptisch >Destinations< und verwenden dafür den internationalen Drei-Letter-Code exotischer Flughäfen: vom Lipgloss >LYB< (Cayman Islands) Uber den Mascara >DAM< (Damaskus) hin zum Nagellack >CMB< (Sri Lanka). Wobei letztere Produktgruppe der unangefochtene Bestseller ist.

Doch USLU-Produkte sind keine Massenware, vielmehr versteht sich das Unternehmen als selektive Marke für kosmopolitisch gesinnte Beauty-Junkies. Was man vor allem daran sieht, dass die Make-up Linien der Berliner Firma in den weltweit bekanntesten Concept-Stores wie COLETTE in Paris, dem 10 Conso Como in Mailand oder dem Departmentstore QUARTIER 206 in Berlin vertrieben werden. Ihre mittlerweile mehr als 180 >Destinations< begeistern jedoch nicht nur die Kundschaft, sondern auch einflussreiche Mode- und Szenegrößen.

Bei visionären Kooperationen ist USLU AIRLINES dann auch schon Profi: Mihm und Uslu haben Sondereditionen mit MYKITA, eine eigene Nagellack-Serie mit Berliner D]s sowie Fashion-Editionen mit NIKE, BERNHARD WILLHELM oder dem Label RIKA lanciert. Dabei wählen sie Ihre Kooperationspartner nicht primär nach dem Profitgedanken, sondern vielmehr nach Sympathie aus. Viele davon sind langjährige Freunde, mit denen man bereits in der Vergangenheit zusammen gearbeitet hat. Auf die Frage, ob der übersättigte Beautymarkt überhaupt ein derart breit gefächertes Angebot benötige, reagieren die Berliner mit der gewohnten Lässigkeit. Sie sehen sich aufgrund ihres einzigartigen Farbangebots als First-Mover. Die vielen Kopien ihrer Produkte aufdem Massenmarkt bestätigen ihr Trendgespür. >Plagiat setzt Bewunderung und Liebe voraus<, behauptete Mademoiselle Chanel einst, und dieses Credo habe sich auch fest bei den USLU AIRLINES-Gründern verankert, versichern beide.

Und Weil die Branche nach wie vor von französischen Marken dominiert wird, bleibt noch die Frage zu klären, welches Potenzial die beiden Berlin als Hot-Spot auf dem internationalen Kosmetikmarkt zutrauen. >Solange die Stadt mit ihren niedrigen Lebenshaltungskosten die Kreativen dieser Welt anzieht, stehen die Chancen gut. Denn in keiner anderen Metropole kann man momentan seinen kreativen Esprit besser pflegen<, sagt Mihm und deutet auf seine bunt lackierten Fingernägel. Ach ja, neues, buntes Berlin!

published in QVEST Magazine, Germany, 2011, page 66

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